August 2021: Veranstaltung “Antisemitismus in der (radikalen) Linken”

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Datum: Mittwoch, 11. August 2021
Uhr: 19:00 Uhr

Es gibt auch in diesem Jahr schon wieder viel zu viele Anlässe, die linksradikale Szene (in Berlin) in Bezug auf das Thema Antisemitismus einer Kritik zu unterziehen. Sei es die Verwendung von Leila Khaled auf dem Plakat zur 1. Mai-Demonstration, die Statements verschiedener Gruppen im Kontext der Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas im Mai, die politische Positionierung der “Internationalistischen Queer Pride” und nicht zuletzt Vorfälle im Kontext dieser und anderer Veranstaltungen, bei denen es mehrfach zu Bedrohungen und Angriffen gegen Menschen kam, die als “Zionisten” markiert wurden.


Um diese aktuelle Zuspitzung und Anschlussfähigkeit von antisemitischen Stereotypen und Sprachbildern in der (radikalen) Linken zu verstehen lohnt sich ein Blick in ihre Geschichte. Das wird der Vortrag vornehmen.Der Vortrag soll einführend aufzeigen, an welche ideologischen Momente Antisemitismus in der (radikalen) Linken anschlussfähig ist, wie er sich äußert und warum er brandgefährlich ist. Vor allem soll klar werden, dass die Debatte um den Antisemitismus der eigenen Szene dringend geführt werden muss und nicht aus Angst vor Auseinandersetzung oder mit Rücksicht auf die nächste Großkampagne vermieden werden sollte.

Eine Veranstaltung der “Emanzipativen & Antifaschistischen Gruppe [EAG]
Referent von der Theorie, Kritik, Aktion [TKA]

Im Rahmen des Blank Sommergartens.

Juli 2021: Durchsuchung bei Arnulf Priem in Pankow


Am 2. Juli 2021 gab es in Schönerlinder Straße in Berlin-Buch eine Hausdurchsuchung bei dem bundesweit bekannten 73-jährigen Neonazi Arnulf Priem. Dabei ging es wohl um verbotene Neonazi-Symbole, gefunden wurden aber auch – surprise – Waffen.

Die Durchsuchung fand statt, weil Priem in der ARD-Dokumentation „Rechts und radikal“ einen Ring mit dem Konterfei Adolf Hitlers trug und mit einem Tattoo von Reinhard Heydrich prahlte.

Mehr Informationen:
RBB
Berliner Zeitung

Mai 2021: Plakate gegen Antisemitismus am Kollwitzplatz



Wir haben den heutigen Tag (21. Mai) genutzt, um auf den Angriff auf den Stand vor einem Monat und auf antisemitische Vorfälle im Kontext des Wochenmarktes am Kollwitzplatz in den letzten Jahren hinzuweisen. Mit über hundert Flugblättern und Plakaten wurden die Nachbar*innenschaft und die Passant*innen informiert und dazu aufgefordert, Position gegen Antisemitismus zu beziehen.

April 2021: Versuchter Angriff auf den Infostand gegen Antisemitismus am Kollwitzplatz



In unregelmäßigen Abständen findet am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg ein Infostand statt, der sich gegen Antisemitismus richtet. Gestern (24. April) war es wieder so weit. Die Betreiber*innen des Stands reagieren damit auf mehrere antisemitische Vorfälle am Platz in den vergangenen Jahren.Gegen den gestrigen Stand, den wir mit unserer Broschüre “Linke Leer_Stellen” und mit Materialien zum Antifaschistischer Protest gegen den Al Quds-Tag 2021 unterstützten, gab es einen versuchten Angriff.

Der Betreiber des Wochenmarkts am Kollwitzplatz näherte sich aggressiv dem Stand, packte ihn, so dass er fast umstürzte und Broschüren und Flyer zu Boden fielen. Er beschimpfte dabei die Betreiber*innen und kam ihnen bedrohlich nahe.
Der Vorfall reiht sich in eine lange Liste an Aggressionen gegen jüdisch wahrgenommene Menschen im Kontext des Kollwitzplatz-Marktes.

Zeit, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben!
Gegen jeden Antisemitismus!
Solidarität mit den Standbetreiber*innen!

April-Mai 2021: Programm der Befreiungs-Veranstaltungen

Vom 24. April bis 22. Mai 2021 finden in Pankow verschiedene Veranstaltungen in Gedenken an die Befreiung des Bezirks statt. Sie sind von der EAG in Kooperation mit der Pankower VVN-BdA, dem Jugendzentrum JUP, der Roten AG und der PAO organisiert.

Alle Veranstaltungen sind hier zu finden:

Samstag, 24. April 2021
15:00 Uhr Rundgang zur Geschichte der Schönholzer Heide
Treffpunkt: Bushaltestelle Hermann-Hesse-Straße (Bus 150, 155)
Infos unter: heidefilm.blogsport.de

Der Vortrag fällt leider aus:
Dienstag, 27. April 2021
17:00 Uhr Vortrag „Carl von Ossietzky – Wer war das?“
Eine Schule und eine Straße sind nach ihm benannt, in letzterer ist er als Denkmal verewigt. Doch ist er das auch in unseren Köpfen? Ein Vortrag zu ihm & was er mit der Befreiung zu tun hat.
Ort: Hof des JUP Pankow (Florastraße 84)


Freitag, 30. April 2021
17:00 Uhr Lesung „Das eigene Schicksal selbst bestimmen“
Ein Buch über Fluchten von Jüdinnen*Juden aus den Deportationszügen in die Vernichtungslager der »Aktion Reinhardt« in Polen.
Ort: verlegt nach online https://webinar.solitech.org/b/ujz-j63-hc1-9hl
Mit der Autorin Franziska Bruder

Mit technischer Unterstützung des UJZ Karlshorst

Dienstag, 4. Mai 2021
18:00 Uhr Gedenken an Carl von Ossietzky
Anlässlich seines 83. Todestags organisieren Jugendliche an seinem Denkmal ein generationsübergreifendes Gedenken. Ort: Ossietzkystraße, Nähe Schlosspark

Sonntag, 9. Mai 2021
12:00 Uhr Fahrradkorso „9. Mai Tag des Sieges – Wer nicht radelt, hat verloren!“
Gemeinsam fahren wir zum Treptower Ehrenmal.
Treffpunkt: Ehrenmal Schönholz
Infos unter: neuntermai.vvn-bda.de

Samstag, 22. Mai 2021
10:00 – 22:00 Uhr Wanderausstellung zu Frauen im Widerstand
Über das Wochenende reist eine interaktive Ausstellung über Frauen im Widerstand mit lokalem Bezug durch die Pankower Parks.
Ort: Bürgerinnenpark, links hinterm Steintor

+++++Die Veranstaltungen werden Corona-Konform durchgeführt. Achtet wegen möglicher Änderungen auf Ankündigungen.+++++

April 2021: Out Now Interview-Broschüre “Linke Leer_stellen”

“Immer wieder stoßen wir in unserer politischen Arbeit auf Themen, denen wir mehr Beachtung in der linken Szene wünschen. Nicht selten fehlt es an linker Öffentlichkeit, an Diskussionen, von Aktionen ganz zu schweigen. Meist wird den Aktiven oder den Betroffenen nicht das Podium geboten, dass sie unserer Meinung nach verdienen würden.

Damit die Personen in ihren eigenen Worten zu Wort kommen, haben wir uns für das Format einer Interview-Broschüre entschieden. Diese Broschüre vereint sieben Interviews mit bemerkenswerten Menschen. Jeder von ihnen hat eine Geschichte zu erzählen bzw. ist Expert*in auf seinem Gebiet und so freut es uns, dass wir sie für diese Publikation gewinnen konnten.”

Die Broschüre mit Interviews mit Naomi Henkel-Gümbel, Ulrike Becker, Kazem Moussavi, Ciocia Basia, Ronja Wolf, Hashomer Hatzair Ken Berlin und einem aktivistisch-jüdischen Medienprojekt ist jetzt bei uns bestellbar (Mail an eag-berlin[at]riseup.net).

Sie ist außerdem hier digital nachlesbar.

Wir freuen uns über ausgiebige Verbreitung, Feedback und Kritik.

April 2021: Neue Broschüre, Befreiungs-Aktionen, Anti-Al Quds-Proteste

Hier war es in den letzten Monaten etwas ruhig. Das heißt nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen. Im Gegenteil. Drei Projekte sind derzeit in der Planung und werden in den nächsten Wochen gedropt:

Zum einen steht eine neue EAG-Publikation kurz vor der Veröffentlichung. Wir haben dafür mehrere Interviews mit Menschen geführt, deren politische Kämpfe uns wichtig sind und die unserer Meinung nach zu wenig Beachtung finden. Die Interviews sind in einer Broschüre zusammengefasst.
Mit dem April stehen auch wieder unsere Aktivitäten zum Jahrestag der Befreiung Pankows an. Wir haben dabei wieder mit anderen ein spannendes Programm auf die Beine gestellt.
Am 8. Mai wollen Islamisten wieder den antisemitischen Al Quds-Marsch auf dem Kudamm abhalten. Mit anderen zusammen organisieren wir auch in diesem Jahr die Proteste. In diesem Rahmen wird es noch den einen oder anderen Output geben. Stay tuned.

November 2020: “Die Vereinigung im Feindbild ist auch eine Funktion von Verschwörungsideologien”

Interview mit Pia Lamberty(“Fake Facts – Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“, 2020)

Verschwörungserzählungen sind nicht erst mit 9/11 und der Covid-19 Pandemie aufgetaucht, sondern in einer antisemitischen Tradition zu verorten.
Die vergangenen Monate haben gezeigt, welches Politisierungs- und Mobilisierungspotential der antisemitische Glaube an Verschwörungen hat und welche Gefahr von diesem ausgeht. Dass Antisemitismus dabei als ideologischer Kitt elementar ist, ließ sich deutlich auf den sogenannten Querfrontdemos beobachten: vom imaginierten Impfzwang zur offenen Schoarelativierung fantasieren sich die Teilnehmer:innen als Opfer geheimer Mächte und bedienen etwaige antisemitischen Chiffren.
Dass die Sehnsucht nach möglichst simplen Erklärungen und die Überforderung mit komplexen Zusammenhängen in antisemitischer Projektion, Hass und Gewalt mündet, muss ernst genommen werden. Es reicht nicht, sich über krude Theorien zu amüsieren. Es ist notwendig, die Gefahr ernstzunehmen und jeglicher Form von Antisemitismus entschieden zu widersprechen. Unlängst hat sich bewiesen, dass dem Wahn auch Taten folgen. Dem sogenannten Sturm auf den Reichstag folgten ein Brandanschlag auf das Robert-Koch Institut, die Beschädigung von insgesamt 63 Kunstwerken auf der Museumsinsel und einem Sprengstoffanschlag in Mitte.

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