November 2019: Grußwort auf Solikundgebung für die Proteste im Iran

Gehalten am 22. November 2019 auf einer Kundgebung am Pariser Platz:

Liebe Freundinnen und Freunde,

Wir, die Emanzipative & Antifaschistische Gruppe Berlin, freuen uns, heute mit euch gemeinsam hier zu sein um uns mit den Protesten im Iran solidarisch zu zeigen.
Es ist wichtig, heute hier zu sein, wichtig um den protestierenden Menschen im Iran zu zeigen, dass sie nicht allein sind in ihrem Kampf. Wichtig auch, um hier laut zu sein für die Menschen im Iran, um so das ohrenbetäubende Schweigen der Bundesregierung, der deutschen Medien sowie der übrigen europäischen Regierungen entschieden zu skandalisieren und zu übertönen!
Während unter den Mullahs seit 40 Jahren Menschenrechtsverletzungen en masse begangen werden, schweigt sich die Bundesregierung dazu aus, sieht darüber hinweg und führt weiter unbeeindruckt Handelsbeziehungen mit der Islamischen Republik.
Dies sollte eigentlich ein Grund sein sich zu schämen. Meint man. Doch im Gegenteil, die Bundesregierung ist sogar noch stolz auf ihre Beziehungen zum Iran und seinen Henkern. Wir sagen: shame on you, Deutschland!

Seit Jahren setzen wir uns im Rahmen des No Al Quds Bündnisses gegen den AlQuds Marsch in Berlin, seinen Antisemitismus und die hiesigen Ausläufer des Terrorregimes ein. Mit einer antifaschistischen Demonstration und lautstarken Protesten stören wir seit Jahren die islamistische Propagandashow des Regimes.
Der Al Quds-Tag wurde 1979 im Rahmen der Islamischen Revolution im Iran als Feiertag ausgerufen und wird jährlich als Staatsakt abgehalten. Seitdem dient der Tag der iranischen Führung dazu Israel unverholen mit der Vernichtung zu drohen.
Doch mit der Islamischen Revolution vor 40 Jahren wurden nicht nur regimestabilisierende Events wie der Al Quds-Tag eingeführt, sondern mit dem Scharia-Recht auch Gesetze mit fataler Wirkung für die iranische Bevölkerung erlassen. Bereits kurz nach der Revolution, wurde es beispielsweiße Frauen* verboten, unverschleiert zur Arbeit gehen. Staatliche „Sittenwächter” sorgen bis heute für die Einhaltung fundamentalistischer Regelungen in der Öffentlichkeit.

Glücklicherweise gibt es selbst in fundamental islamistischen Gesellschaften seit Jahrzehnten Feministinnen* und emanzipatorische Kräfte, die sich patriarchalen Strukturen entgegenstellen. Auch nach 40 Jahren demonstrieren die iranischen Frauen* als eine der größten Protestgruppen weiterhin auf den Straßen, filmen sich bei öffentlichen Konfrontationen mit den Sittenwächtern und solidarisieren sich mit Verhafteten. Eine ihrer Parolen lautet heute wie damals: „Freiheit ist nicht östlich und nicht westlich, sie ist universell!“

Trotz der zuvor beschriebenen Zustände, ließ es sich Bundespräsident Frank- Walter Steinmeier nicht nehmen, dem Regime zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution zu gratulieren. Wir fragen uns, zu was er wohl gratuliert hat? Zu 40 Jahren Geschlechterapartheid? Zu 40 Jahren Homosexuellenverfolgung? Zu 40 Jahren Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel?

Klar ist: 40 Jahre Islamische Republik sind kein Grund zu feiern. Ein Grund zu feiern wäre es, wenn das Regime nach 40 Jahren endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte landen würde und kein 41. Jahr dazukommt.
Deshalb senden wir den Protestierenden im Iran all unsere Solidarität und hoffen, dass das Blutvergießen schnellstmöglich endet und das Regime fällt!
Es ist Zeit die Proteste effektiv zu unterstützen.
Gerade jetzt ist es wichtig auch über den heutigen Tag hinaus aktiv zu sein, laut zu sein und viele zu sein. Lasst uns gemeinsam dafür streiten!!!

Nieder mit der islamischen Republik und ihren Verbündeten!
Gegen jeden Antisemitismus!
Solidarität mit den emanzipatorischen Kräften im Iran!

Oktober 2019: Handout veröffentlicht



Im Rahmen unseres monatlichen Tresens wurde am Freitag unser neues Handout mit dem Titel “Deutschland und der Iran – eine unheimliche Allianz” veröffentlicht. Es fasst die drei Refererate unserer Veranstaltungen im Vorfeld der Proteste gegen den antisemitischen AlQuds-Marsch zusammen. Ergänzt werden die Texte von einem Gruppentext über schiitischen Islamismus in Berlin.

Das Heft kann bei uns bestellt werden oder hier online gelesen werden.

Mai 2019: Veranstaltungsreihe “Deutschland und der Iran. Eine unheimliche Allianz.”

Im Vorfeld an die Proteste gegen den antisemitischen AlQuds-Marsch haben wir uns mehrere Referent*innen eingeladen, die uns Auskunft geben können, über die Situation der Menschen im Iran, die Proteste gegen das islamistische Regime und die Kooperation der deutschen Wirtschaft mit den Islamisten.

Vom 13. Mai bis zum 27. Mai werden in Berlin die Veranstaltungen stattfinden:

13. Mai 2019 – 19:00 Uhr
ZGK Scharni (Scharnweber Str. 38, U-Bhf. Samariterstr.)
„Die Iran-Lobby in Deutschland und die Situation der Exil-Opposition“
// Kazem Moussavi

20. Mai 2019 – 19:00 Uhr
Remise der Magda19 (Magdalenenstr. 19, U-Bhf. Magdalenenstr.)
„40 Jahre Frauentagsdemo in Teheran – Zur heutigen Situation von Frauen im Iran“
// Fathiyeh Naghibzadeh

27. Mai 2019 – 19:00 Uhr
Café Morgenrot (Kastanienallee 85, U-Bhf. Eberswalder Str.)
„Geschäfte und Sanktionen: deutsch-iranische Wirtschaftsbeziehungen“
// Ulrike Becker

1. Juni 2019
Proteste gegen den antisemitischen AlQuds-Marsch in Berlin

Text: AntiBa – Der Barbarei entgegentreten. Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus (Emanzipation & Frieden)

Am 4. Juni hielt Lothar Galow-Bergemann von “Emanzipation & Frieden” in Berlin einen Vortrag unter dem Titel “Text: AntiBa – Der Barbarei entgegentreten. Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus”. Der daraus resultierende Text wurde stark gekürzt in unserem Handout “Zwischen den Stühlen” abgedruckt.
Weil auch die gekürzten Teile wichtig sind, veröffentlichen wir hier den vollständigen Text in einer aktualisierten Version.

Inhalt
1. Djihadismus und Islamdebatte
2. AfD und Konformistische Rebellion
3. Was tun? Continue reading “Text: AntiBa – Der Barbarei entgegentreten. Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus (Emanzipation & Frieden)”

Freitagstresen in der ZGK Scharni

Seit September haben wir wieder einen monatlichen Gruppen-Tresen. Er findet immer am letzten Freitag des Monats ab 20 Uhr in der ZGK Scharni (Scharnweberstraße 38, U-Bhf. Samariterstraße) statt.
Jedes Mal gibt es kühle Getränke und ausgewählte Musik. Darüber hinaus bieten wir regelmäßig Informationen zu eigenen Aktionen und unsere Outputs (Broschüren, Aufkleber, Flyer) an und freuen uns, mit euch darüber in die Diskussion zu gehen.

Workshop auf der drift-Konferenz in Marburg

Im Rahmen der Konferenz “Für einen radikalen Feminismus – Keine halben Sachen” des bundesweiten Bündnisses drift stellen wir unsere Aktivitäten gegen den jährlichen antisemitischen AlQuds-Marsch in Berlin vor.
Seit Jahren engagieren wir uns in einem antifaschistischen Bündnis, dass die Proteste gegen den AlQuds-Marsch organisiert. In diesem Kontext organisierten wir in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe, in deren Rahmen auch Vertreter*innen des drift-Bündnisses ihre Grundsätze vorstellten.
Die Outputs der Reihe liegen nun in Form eines Handouts vor, das wir in Marburg ebenfalls vorstellen werden.

November 2018: Handout “Zwischen den Stühlen”

Im Juni 2018 veranstalteten wir, im Vorfeld der Proteste gegen den AlQuds-Marsch eine Veranstaltungsreihe, die eine emanzipatorische Kritik am Islamismus zum Thema hatte. Dazu luden wir uns mehrere Referent*innen ein, die das Thema von verschiedenen Seiten beleuchteten.
Wir haben die Referent*innen nun in einer kleinen Publikation zusammengefasst und mit eigenen Texten angereichert. Sie ist Anfang November erschienen und ist jetzt bei uns zu bestellen.

Die digitale Version gibt es hier: [Download]