Das Jahr 2025 war ein aufregendes für uns als politische Gruppe. Es war das 20. Jahr unseres Bestehens. Das wurde auf unterschiedliche Weise, neben dem Normalbetrieb, gefeiert. Auch in diesem Jahr gab es neun Solitresen in der Scharni, zu antifaschistischen und feministischen Themen und zur Situation im Iran. Ab September startete unsere Veranstaltungsreihe zu Materialismus im Rahmen des Tresens, die uns noch im nächsten Jahr weiter begleiten wird.
Im Februar unterstützten wir die Proteste gegen den Naziaufmarsch in Dresden und eine Exil-Iranische Kundgebung am Brandenburger Tor. In der Zeit liefen schon die Vorbereitungen für die „Feminism Unlimited“-Demo am 8. März durch Prenzlauer Berg, an der auch in diesem Jahr mehrere tausend Menschen teilnahmen.
Im April und Mai fand unsere traditionelle Befreiungsreihe mit dem JUP und der VVN-BdA statt. Mit Lesungen, Rundgängen, Filmabenden und einer Kundgebung am Garbaty-Platz wurde einiges organisiert. Am ersten Mai-Wochende fand zudem der „Antifa – out of line“-Kongress des „Gegenform“-Bündnisses statt, dessen Teil wir waren. An drei Tagen kamen dabei hunderte Menschen ins FMP1 zu spannenden Workshops, Referaten und Podien.
Im Juni ließ die „Jungle World“ in einem ganzseitigen Artikel 20 Jahre EAG und somit 20 Jahre feministische, antisemitismuskritische Antifa-Politik im Berliner Nordosten Revue passieren. Kurze Zeit später war unser Gruppenname in kritischer Absicht neben anderen antisemitismuskritischen Gruppen des öfteren in der „Disko“-Reihe derselben Zeitung zu lesen, als es darum ging, inwiefern das Vorgehen der israelischen Regierung im Gaza-Krieg zu kritisieren ist, was wir über unsere Plakatkampagne für oppositionelle gesellschaftliche Kräfte in Israel und Gaza taten, deren Positionen wir in der hiesigen (Polit-Szene) Debatte stärker sichtbar machen wollten. Für uns ein Hinweis darauf, dass wir neben anderen Gruppen etwas Schwung in den manchmal eingefahrenen Diskurs bringen konnten.
Im Juli unterstützten wir außerdem antifaschistische Strukturen in Marzahn-Hellersdorf bei ihrer Demonstration.
Ab September boten wir auf unseren Veranstaltungen Soli-Shirts für Maja an, deren Erlös in die Anti-Repressionsarbeit flossen und gedachten auf einer Kundgebung dem 3. Jahrestag der Ermordung von Jina Amini.
Während wir im Oktober zur jährlichen Moabiter Gedenkdemonstration an die Novemberpogrome 1938 mobilisierten, entschloss sich ein Weddinger Hausprojekt, eine Veranstaltung zu einer jüdischen Widerstandsgruppe zu verschieben, weil diese den Bewohner*innen im Verdacht stand, sich zionistische positioniert zu haben. Unser Rant zum Thema machte ordentlich die Runde. Zusammen mit dem „Feminism unlimited“-Bündnis gedachten wir zudem dem 2. Jahrestag des Angriffs der Hamas am 7. Oktober. An der 9. November-Demonstration nahmen wieder mehr als 600 Menschen teil.
Ende November fand dann unsere 20-Jahres-Party zusammen mit der Autonomen Neuköllner Antifa in der Scharni statt. Der Geburtstag wurde gebührend mit Kneipenquiz, Kuchen, Live-Konzert und Tanz bis spät in die Nacht begangen.
Im Dezember standen dann nur noch unerfreuliche Termine auf dem Plan. Zwei Antifas standen vor Gericht, weil sie bei uns im Bezirk von einem Nazi bei einer misslungenen Abstrafaktion lebensgefährlich verletzt wurden, aber die Staatsanwaltschaft nur sie anklagte. Zu den beiden Kundgebungen erschienen jeweils über hundert Antifaschist*innen. Weitere unterstützten im Gerichtssaal. Im selben Monat wurde eine Recherche zu Neonazis in Blankenburg veröffentlicht, die wir verbreiteten.
Für das nächste Jahr gibt es schon einiges an Plänen. Wir freuen uns auf weitere politische Kämpfe mit euch.
