23. Januar 2026 – “Materialistische Antisemitismuskritik” (Luise Henckel)

1979 veröffentlichte der kanadische Historiker & Philosoph Moishe Postone den Artikel „Antisemitismus und Nationalsozialismus“ in der BRD. … Bis heute gilt der Artikel als wirkmächtige Zäsur in der innerlinken Debatte um den Zusammenhang von Antisemitismus und (Anti-)Kapitalismus und der damit verbundenen Analyse des Nationalsozialismus sowie dem bewegungslinken Verhältnis zu Israel. … Er kritisiert die bis dato ubiquitäre Vorstellung von Antisemitismus als reinem Herrschaftsinstrument zur Manipulation der Massen und schlägt eine ökonomiekritische Analyse des Antisemitismus vor, die diesen als „fetischisierten Antikapitalismus“ scharfzustellen versucht.

In die entstandene Gleichzeitigkeit der Rezeptionslinien versucht der Vortrag einführend, etwas Klarheit zu bringen. Es wird begrifflich und historisch die Debatte um eine materialistisch ausgerichtete Analyse des Antisemitismus – und was das eigentlich heißen soll – umrissen. Was bedeutet ein „materialistischer“ Ansatz in der spätkapitalistischen Gegenwart, wo Antisemitismus einen neuen Grad der Kommodifizierbarkeit im Polit-Aktivismus erreicht zu haben scheint, und inwieweit bedarf der antizionistisch fortgesetzte Antisemitismus einer Kritik, die sich auch als materialistische Staatstheorie versteht?

Wir rechnen mit viel Interesse. Kommt rechtzeitig!
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Im Anschluss findet noch unser Solitresen statt. Ihr habt die Möglichkeit, mit uns ins Gespräch zu kommen und etwas Geld in unsere Gruppenkasse zu spülen.

Datum:
Freitag, 23. Januar 2026
19 Uhr
ZGK Scharni (Scharnweberstr. 38, Friedrichshain)