18. März 2026: Berlin goes Dresden

Am 18.März, dem Tag des politischen Gefangenen, wird es eine Bustour nach Dresden geben. Dort werden 7 Antifaschist*innen wegen Unterstützung bzw. Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung (§129) angeklagt.

Holt euch Tickets im L5 Späti und kommt mit nach Dresden.

8. März 2026: Feminism unlimited

So, 8. März 2026, 13 Uhr
Schönhauser Allee/Gleimstraße

Der radikale Kampf um ein lebenswertes Leben für alle wird im Kontext sich zuspitzender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Krisen immer schwerer. Und trotzdem stehen wir hier: wütend, erschöpft und entschlossen!

Seit Jahren betreiben wir Feuerwehrpolitik: Wir reagieren auf finanzielle Kürzungen, stehen Angriffen auf fundamentale feministische Rechte entgegen, prangern das Wegbrechen sozialer Sicherungssysteme und misogyne, antisemitische, rassistische und faschistische Gewalt an. Doch immer mehr gesellschaftliche Flächenbrände tun sich auf und wir kommen kaum dazu, uns zusammenzuschließen, solidarische Lösungen zu erarbeiten und politische Forderungen zu stellen. Dabei wollen wir nicht nur Brände löschen – Wir wollen die Verhältnisse verändern. Wir wollen das gute Leben für alle! Continue reading “8. März 2026: Feminism unlimited”

27. Februar 2026: Vortrag: “Queerer Materialismus. Zur Rückeroberung des Universellen” (Franziska Haug)

Im Rahmen der Materialismus-Reihe

Noch immer – vielleicht mehr denn je – scheint sich die linke/feministische Szene an der Frage des Universellen und seiner Materialität zu spalten: Wenn es kein Wir der Frauen (mehr) gibt, was hält den Feminismus zusammen? Was ist mit dem Wir der Arbeiter:innen in einer neoliberalen „Gesellschaft der Singularitäten“, in deren Versprechen von individueller Freiheit sich ein Angriff auf kollektive Wehrhaftigkeit gegen kalte Kapitalverhältnisse verbirgt?

In dieser Debatte positioniert sich auf der einen Seite ein selbstbezeichneter materialistischer, zuweilen differenz- oder radikalfeministischer Ansatz und auf der anderen Seite ein intersektionaler, queerer, oft postkoloniale Feminismus. Aus Sicht des Queerfeminismus betreibe die erste Position eine Essentialisierung der Frau. Aus Sicht des Differenzfeminismus ignorierten Queere-Ansätze die materiellen Bedingungen des Frauseins im Patriarchat. Virulent lassen sich diesen Lagerbildungen an Diskussionen um Sexarbeit, Transgender, Körper, Haupt- und Nebenwiderspruch usw. beobachten. Continue reading “27. Februar 2026: Vortrag: “Queerer Materialismus. Zur Rückeroberung des Universellen” (Franziska Haug)”

Januar 2026: Solidarität mit den Protesten im Iran

Um ein weiteres Mal solidarisieren wir uns mit den unglaublich mutigen Protestierenden im Iran, die dem Mullah-Regime einmal mehr seit einigen Tagen zeigen, dass sie die seit Jahren sich verschlechternden ökonomischen Lebensbedingungen, die politische Repression, die misogyne Unterdrückung, die verlogenen religiösen Eliten, die Unterstützung des islamistischen Terrors im Ausland nicht weiter akzeptieren werden.

Den Protestierenden Glück, Kraft und die besten Wünsche zum baldigen Sturz des Regimes!

Nieder mit dem Mullah-Regime.
Für einen freien Iran!

Achtet auf Ankündigungen zu und unterstützt Soli-Veranstaltungen in Berlin.

12. Januar 2026: Solidarität mit den verletzten Antifaschisten

Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung am 12. Januar 2026 um 11 Uhr (Amtsgericht Tiergarten, Wilsnacker Str. 4, 10559 Berlin)

Am 18. April 2024 kam es zu einem Mordversuch durch Leander Schultze – einem stadtbekannten Neonazi des III. Wegs – an zwei Berliner Antifaschisten, die mit schweren Stichverletzungen im Krankenhaus landeten und die Messerattacke nur knapp überlebten. Nach über einem Jahr einseitiger Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft begann im Dezember 2025 der Prozess. Auf der Anklagebank sitzt nicht der Neonazi, sondern die beiden Antifaschisten. Ihnen wird gemeinschaftliche schwere Körperverletzung vorgeworfen. Am Montag, den 12. Januar wird das Urteil erwartet.

Während der III. Weg in Berlin weiterhin regelmäßig durch brutale Angriffe auf Menschen auffällt, die nicht in ihr nationalsozialistisches Weltbild passen, werden die Opfer rechter Gewalt verfolgt und als Täter angeklagt. Wir stellen uns gegen diese skandalöse Verharmlosung rechter Gewalt! Solidarität mit den Angeklagten!

Deshalb kommt am 12. Januar ab 11 Uhr zur antifaschistischen Kundgebung vor dem Amtsgericht Tiergarten! 🖤

Jahresrückblick 2025

Das Jahr 2025 war ein aufregendes für uns als politische Gruppe. Es war das 20. Jahr unseres Bestehens. Das wurde auf unterschiedliche Weise, neben dem Normalbetrieb, gefeiert. Auch in diesem Jahr gab es neun Solitresen in der Scharni, zu antifaschistischen und feministischen Themen und zur Situation im Iran. Ab September startete unsere Veranstaltungsreihe zu Materialismus im Rahmen des Tresens, die uns noch im nächsten Jahr weiter begleiten wird.
Im Februar unterstützten wir die Proteste gegen den Naziaufmarsch in Dresden und eine Exil-Iranische Kundgebung am Brandenburger Tor. In der Zeit liefen schon die Vorbereitungen für die „Feminism Unlimited“-Demo am 8. März durch Prenzlauer Berg, an der auch in diesem Jahr mehrere tausend Menschen teilnahmen.
Im April und Mai fand unsere traditionelle Befreiungsreihe mit dem JUP und der VVN-BdA statt. Mit Lesungen, Rundgängen, Filmabenden und einer Kundgebung am Garbaty-Platz wurde einiges organisiert. Am ersten Mai-Wochende fand zudem der „Antifa – out of line“-Kongress des „Gegenform“-Bündnisses statt, dessen Teil wir waren. An drei Tagen kamen dabei hunderte Menschen ins FMP1 zu spannenden Workshops, Referaten und Podien.
Im Juni ließ die „Jungle World“ in einem ganzseitigen Artikel 20 Jahre EAG und somit 20 Jahre feministische, antisemitismuskritische Antifa-Politik im Berliner Nordosten Revue passieren. Kurze Zeit später war unser Gruppenname in kritischer Absicht neben anderen antisemitismuskritischen Gruppen des öfteren in der „Disko“-Reihe derselben Zeitung zu lesen, als es darum ging, inwiefern das Vorgehen der israelischen Regierung im Gaza-Krieg zu kritisieren ist, was wir über unsere Plakatkampagne für oppositionelle gesellschaftliche Kräfte in Israel und Gaza taten, deren Positionen wir in der hiesigen (Polit-Szene) Debatte stärker sichtbar machen wollten. Für uns ein Hinweis darauf, dass wir neben anderen Gruppen etwas Schwung in den manchmal eingefahrenen Diskurs bringen konnten.
Im Juli unterstützten wir außerdem antifaschistische Strukturen in Marzahn-Hellersdorf bei ihrer Demonstration.
Ab September boten wir auf unseren Veranstaltungen Soli-Shirts für Maja an, deren Erlös in die Anti-Repressionsarbeit flossen und gedachten auf einer Kundgebung dem 3. Jahrestag der Ermordung von Jina Amini.
Während wir im Oktober zur jährlichen Moabiter Gedenkdemonstration an die Novemberpogrome 1938 mobilisierten, entschloss sich ein Weddinger Hausprojekt, eine Veranstaltung zu einer jüdischen Widerstandsgruppe zu verschieben, weil diese den Bewohner*innen im Verdacht stand, sich zionistische positioniert zu haben. Unser Rant zum Thema machte ordentlich die Runde. Zusammen mit dem „Feminism unlimited“-Bündnis gedachten wir zudem dem 2. Jahrestag des Angriffs der Hamas am 7. Oktober. An der 9. November-Demonstration nahmen wieder mehr als 600 Menschen teil.
Ende November fand dann unsere 20-Jahres-Party zusammen mit der Autonomen Neuköllner Antifa in der Scharni statt. Der Geburtstag wurde gebührend mit Kneipenquiz, Kuchen, Live-Konzert und Tanz bis spät in die Nacht begangen.
Im Dezember standen dann nur noch unerfreuliche Termine auf dem Plan. Zwei Antifas standen vor Gericht, weil sie bei uns im Bezirk von einem Nazi bei einer misslungenen Abstrafaktion lebensgefährlich verletzt wurden, aber die Staatsanwaltschaft nur sie anklagte. Zu den beiden Kundgebungen erschienen jeweils über hundert Antifaschist*innen. Weitere unterstützten im Gerichtssaal. Im selben Monat wurde eine Recherche zu Neonazis in Blankenburg veröffentlicht, die wir verbreiteten.

Für das nächste Jahr gibt es schon einiges an Plänen. Wir freuen uns auf weitere politische Kämpfe mit euch.

23. Januar 2026 – “Materialistische Antisemitismuskritik” (Luise Henckel)

1979 veröffentlichte der kanadische Historiker & Philosoph Moishe Postone den Artikel „Antisemitismus und Nationalsozialismus“ in der BRD. … Bis heute gilt der Artikel als wirkmächtige Zäsur in der innerlinken Debatte um den Zusammenhang von Antisemitismus und (Anti-)Kapitalismus und der damit verbundenen Analyse des Nationalsozialismus sowie dem bewegungslinken Verhältnis zu Israel. … Er kritisiert die bis dato ubiquitäre Vorstellung von Antisemitismus als reinem Herrschaftsinstrument zur Manipulation der Massen und schlägt eine ökonomiekritische Analyse des Antisemitismus vor, die diesen als „fetischisierten Antikapitalismus“ scharfzustellen versucht.

In die entstandene Gleichzeitigkeit der Rezeptionslinien versucht der Vortrag einführend, etwas Klarheit zu bringen. Es wird begrifflich und historisch die Debatte um eine materialistisch ausgerichtete Analyse des Antisemitismus – und was das eigentlich heißen soll – umrissen. Was bedeutet ein „materialistischer“ Ansatz in der spätkapitalistischen Gegenwart, wo Antisemitismus einen neuen Grad der Kommodifizierbarkeit im Polit-Aktivismus erreicht zu haben scheint, und inwieweit bedarf der antizionistisch fortgesetzte Antisemitismus einer Kritik, die sich auch als materialistische Staatstheorie versteht?

Wir rechnen mit viel Interesse. Kommt rechtzeitig!
Bitte klingeln. Der Zugang ist leider nicht barrierefrei. Bei Bedarf bitte Unterstützung anmelden.

Im Anschluss findet noch unser Solitresen statt. Ihr habt die Möglichkeit, mit uns ins Gespräch zu kommen und etwas Geld in unsere Gruppenkasse zu spülen.

Datum:
Freitag, 23. Januar 2026
19 Uhr
ZGK Scharni (Scharnweberstr. 38, Friedrichshain)

Recherche-Artikel zu Neonazis u.A. aus Blankenburg veröffentlicht

In den vergangenen Monaten haben sich immer wieder jüngere Neonazis im Bezirk an Orten wie dem ehemaligen Krankenhausgelände in Buch und einem Container in Blankenburg getroffen und Aktivitäten im Umfeld entfaltet.

Eine der neugegründeten Neonazigruppen in diesem Kontext sind die “Deutschen Patrioten voran” (DPV). Auf antifa-berlin.info ist nun eine erste Recherche-Einschätzung zu DPV erschienen:

“Schwach begonnen – stark nachgelassen” – Die Neonazitruppe „Deutsche Patrioten voran“

Seit Sommer 2024 bilden sich in Berlin verschiedene Gruppierungen, die abseits der klassischen Neonazi-Gruppierungen und -Parteien agieren. Ihre Aktivitäten richten sich vorrangig gegen CSDs und Prides, aber auch gegen linke und antirassistische Veranstaltungen. Tonangebend ist dabei von Beginn an die „Deutsche Jugend Voran“ (DJV). In deren Windschatten haben sich allerdings weitere Gruppierungen gebildet, die teilweise Abspaltungen von DJV sind, teilweise Kooperationen eingehen oder in Konkurrenz agieren. Eine dieser Gruppen sind die „Deutschen Patrioten voran“ (DPV). Eine erste Einschätzung. (…)

Seit Juni 2025 treten die jungen Neonazis öffentlich unter dem Label „Deutsche Patrioten voran“ auf. Sie positionieren sich vor allem auf Instagram und Tiktok. Optisch und inhaltlich unterscheiden sie sich dabei kaum von der DJV. Hier postet die Gruppe vor allem Zusammenschnitte von eigenen Videos mit Clips von anderen Neonazi-Aktionen, unterlegt mit Techno-Beats. Für einen kurzen Zeitraum versuchte sich die Gruppe auch mit eigenen Veranstaltungen zu profilieren, die jedoch selten mehr als den das eigene Umfeld von etwa 25 Personen mobilisieren konnten. In diesem Zeitraum kristallisierten sich vor allem Jason Hammerstein, Mandy Gietz, ihre Tochter, Luca Sabransky, Leonie Köpke, Lucas Justin Glaser als aktive Mitglieder heraus..”

Mehr auf:
https://antifa-berlin.info/recherche/1875-recherche-1-schwach-begonnen—stark-nachgelassen—die-neonazitruppe-deutsche-patrioten-voran

Rückblick 20 Jahre Feier

Unsere „20 Jahre ANA & EAG“-Feier ist nun zwei Wochen her und wir sind immer noch ganz enthusiastisch, was das für eine großartige Party war.
Mit alten und neuen Weggefährt*innen haben wir bis spät in die Nacht gefeiert. Ein Kneipenquiz über die Gruppengeschichte(n) und ein Transpifoto vor der Scharni bildeten den Start. Als Secret Act überraschte Danger Dan live die Anwesenden. Auf der anschließenden Party wurde noch lange das Tanzbein geschwungen.
Vielen Dank an die befreundeten Gruppen und Projekte, u.a. Theorie Kritik Aktion (TKA) und TOP B3rlin , die zum Geburtstag gratulierten, Kuchen und Geschenke überreichten, allen DJs, die die Tanzfläche füllten, allen, die Schichten übernahmen und mithalfen, natürlich an die Scharni, und für den schönen Bericht von Danger Dan im Podcast.
Wir sehen uns auf der Straße, bei Veranstaltungen und im politischen Getümmel.

Rückblick: 9. November Gedenken in Moabit

Am 9. November, dem Jahrestag der Novemberpogrome, organisierten wir, zusammen mit einem antifaschistischen Bündnis, das jährliche Gedenken in Moabit.
Es startete traditionell mit einer Gedenkkundgebung am Mahnmal Levetzowstraße. Dort wurden Grußworte von Überlebenden und Zeitzeug*innenberichte von Menschen verlesen, die die Pogrome in Berlin miterlebten.

In aktuellen Beiträgen, wie z.B. von Hashomer Hatzair Berlin wurde auch auf aktuellen Antisemitismus Bezug genommen.
Etwa 600 Menschen beteiligten sich an der anschließenden Antifa-Demonstration durch den Kiez. Dabei kam es immer wieder zu Beschimpfungen von Umstehenden. Auch die Polizei war dieses Jahr deutlich agressiver und nahm mehrere Anzeigen gegen Demonstrierende auf.
Die Demonstration endete am Denkmal Putlitzbrücke, dem Ort an dem hunderte Jüdinnen*Juden in Deportationszüge steigen mussten.

Wir danken allen, die an der Planung und Durchführung beteiligt waren und allen, die an dem Tag mit uns gedacht haben.